Mit Ypsomed war zuletzt wieder ordentlich Musik in einem Schweizer Medtech-Titel. Nach den frischen Jahreszahlen griffen Anleger beherzt zu: Die Aktie sprang zeitweise deutlich an und bestätigte damit, dass der Markt dem Burgdorfer Spezialisten für Injektionssysteme nicht mehr nur eine solide Nische, sondern eine strukturelle Wachstumsgeschichte zutraut. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen: Ypsomed hat den Umbau zum fokussierten Anbieter von Selbstinjektionssystemen vorangetrieben, das Geschäftsjahr 2025/26 mit starken Kennzahlen abgeschlossen und zugleich einen Ausblick geliefert, der die Fantasie für die kommenden Jahre nährt.
Zunächst ein Blick in die Bücher: Auf Konzernebene sank der Umsatz zwar von CHF 748.9 Mio. auf CHF 731.0 Mio., allerdings ist dieser Rückgang der strategischen Neuaufstellung geschuldet. So wurde zuletzt das Diabetes-Care-Geschäft verkauft. Entscheidend ist daher der Blick auf das fortgeführte Kerngeschäft Delivery Systems. Dort legten die Erlöse um rund ein Fünftel zu. Der operative Gewinn in diesem Bereich erreichte CHF 195.5 Mio., was einer stolzen EBIT-Marge von 32.5% entspricht. Besonders beim Reingewinn ging es steil bergauf: Dieser erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um weit mehr als das Doppelte auf CHF 222 Mio. Darin enthalten sind Sondereffekte aus den verkauften Geschäftsbereichen.
Operativ zeigt sich Ypsomed in bemerkenswert robuster Verfassung. Besonders dynamisch entwickelte sich das Geschäft mit kommerziellen Autoinjektoren, das um 33.6% zulegte. Wachstumstreiber war unter anderem die Plattform YpsoMate. Gleichzeitig blieb das Projektgeschäft mit CHF 85.7 Mio. auf hohem Niveau. Noch wichtiger für die mittel- bis langfristige Perspektive ist jedoch der Auftragseingang: Ypsomed gewann im abgelaufenen Geschäftsjahr 44 neue Kundenprojekte und erreichte damit einen Rekordwert. Das unterstreicht, dass die Pipeline breit gefüllt ist und der Konzern nicht nur von einem einzelnen Produktzyklus lebt. Der Umbau der vergangenen Jahre zu einem reinen Spezialisten für pharmazeutische Verabreichungssysteme zahlt sich also zunehmend aus. In Pen-Injektoren gilt das Unternehmen als führend, bei Autoinjektoren zählt es zu den wichtigsten Anbietern. Gerade dieser Markt ist attraktiv: Die Produkte sind technisch anspruchsvoll, regulatorisch eng mit den Medikamenten verknüpft und für Pharmakunden nicht beliebig austauschbar. Wird ein Injektionssystem in späten klinischen Studien verwendet, sind Wechsel auf ein anderes System oft mit zusätzlichem Aufwand verbunden. Das schafft Eintrittsbarrieren und erhöht die Planbarkeit.
Hinzu kommt, dass Ypsomed zunehmend globaler wird. Das Unternehmen baut seine Produktionskapazitäten in mehreren Regionen aus. In China wurde der Standort Changzhou eröffnet, in Deutschland läuft die Erweiterung in Schwerin und auch in der Schweiz wird investiert. Besonders wichtig ist der Schritt in die USA: In Holly Springs im Bundesstaat North Carolina entsteht der erste US-Produktionsstandort, der ab Ende 2027 seine Arbeit aufnehmen soll. Damit rückt der Konzern näher an seine Pharmakunden im weltweit wichtigsten Gesundheitsmarkt heran und stärkt zugleich die lokale Lieferfähigkeit.
Für das laufende Geschäftsjahr 2026/27 bleibt das Management ambitioniert. Im fortgeführten Delivery-Systems-Geschäft peilt Ypsomed ein Umsatzwachstum von 12% bis 15% an, die Marge soll mindestens 33% erreichen. Mittelfristig wurde die Zielmarke von CHF 0.9 bis 1.1 Mrd. Umsatz sowie ein EBIT von CHF 280 Mio. bis CHF 340 Mio. im Geschäftsjahr 2029/30 bestätigt. Einer der zentralen Wachstumstreiber für die Zukunft dürfte der GLP-1-Markt sein. Medikamente gegen Diabetes und Adipositas haben sich zu einem der dynamischsten Pharmasegmente weltweit entwickelt. Für Ypsomed ist das deshalb relevant, weil viele dieser Therapien regelmässig, bequem und zuverlässig verabreicht werden müssen. Genau hier kommen Pen- und Autoinjektoren ins Spiel.
Ypsomed weist derzeit ein interessantes Profil auf: zweistelliges Wachstum, hohe Margen, solide Bilanz, globale Expansion und Rückenwind aus einem der attraktivsten Pharmatrends der kommenden Jahre. Auch die Analystenzunft sieht den Schweizer Medtech-Wert wieder positiver, das durchschnittliche 12-Monats-Kursziel beträgt CHF 404. Um eine attraktive Rendite zu erzielen, müssen sich Anleger aber nicht dem Risiko eines Direktinvestments aussetzen. Der neue Barrier Reverse Convertible mit einer maximalen Laufzeit von 15 Monaten ist mit einem Coupon von 9.00% p.a. ausgestattet. Um den Höchstertrag zu erreichen, darf der heimische Nebenwert sogar moderat zurücksetzen. Wichtig ist, dass das Underlying die Barriere bei 69% des Anfangslevels nicht touchiert. Eine Soft-Callable-Option in der Struktur kann dafür sorgen, dass das Produkt vorzeitig zurückgezahlt wird.
Der jüngste Kursaufschwung, die Ypsomed-Aktie legte innerhalb einer Woche um mehr als 14% zu, hat gezeigt, dass Anleger wieder «heiss» auf den Medtech-Titel sind. Sollte es dem Unternehmen gelingen, das hohe Wachstum fortzuschreiben, könnte der Trend anhalten. Verzögerungen bei Medikamentenzulassungen, schwächere Volumen einzelner Pharmapartner oder temporär höhere Anlaufkosten beim Kapazitätsausbau können aber auf der anderen Seite jederzeit für Rücksetzer sorgen. Für Hebelprodukte ist die Richtung der Aktie kein Problem, sie können sowohl bei fallenden Kursen (Short) als auch bei steigenden Notierungen (Long) eingesetzt werden. Es befinden sich zahlreiche Produkte in der Palette von Leonteq. Trader können dabei zwischen Warrants und Mini-Futures wählen.
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