Peter Thiel ist für Wetten bekannt, die zunächst ungewöhnlich erscheinen und später erstaunlich treffsicher wirken. Nun hat der Tech-Milliardär ausgerechnet einen argentinischen Ölproduzenten ins Visier genommen. Sein Hedgefonds Thiel Macro ist bei Vista Energy eingestiegen und hat damit auch an der Börse für Bewegung gesorgt. Warum? Der 1967 in Frankfurt geborene und in den USA aufgewachsene Thiel studierte Philosophie und Jura in Stanford und stieg zu einer der prägendsten Figuren des Silicon Valley auf. Er gehörte nicht nur zu den Gründern von PayPal, sondern war auch der erste externe Investor bei Facebook und gründete Palantir mit.
Nun also Vista Energy. Über Thiel Macro erwarb der Finanzmann rund 1.2 Mio. Anteile im Wert von etwa USD 76 Mio. Das entspricht ungefähr 1% des Kapitals. Dem Deal vorausgegangen ist ein Treffen mit dem argentinischen Präsidenten Javier Milei in Buenos Aires vor rund vier Monaten. Welche konkrete Absicht Thiel mit dem Engagement verfolgt, verrät die Pflichtmitteilung nicht. Ein Blick auf das Portfolio liefert jedoch Anhaltspunkte: Neben Amazon finden sich dort mehrere Energie- und Stromtitel wie Vistra, American Electric Power, DTE Energy, FirstEnergy und CMS Energy. Vista passt damit durchaus in ein stärkeres Engagement entlang des globalen Energiekomplexes. Hinzu kommt die Wette auf Argentinien unter Milei, dessen Regierung Investitionen und Rohstoffförderung vorantreiben möchte. Zudem plant der Präsident, das kalte Klima von Patagonien und den vielen freien Platz für den Bau von Rechenzentren zu nutzen.
Das Anlageobjekt selbst hat einiges zu bieten. Vista Energy ist ein unabhängiger Öl- und Gasproduzent mit Schwerpunkt auf Vaca Muerta in der argentinischen Provinz Neuquén. Die Schieferformation zählt zu den bedeutendsten unkonventionellen Kohlenwasserstoffvorkommen der Welt. Vista verfügt inzwischen über rund 257‘000 Acres im Kerngebiet und konzentriert sein Wachstum nahezu vollständig auf Schieferöl. Ende des zweiten Quartals standen 462 Vaca-Muerta-Bohrungen in Produktion, weitere knapp 1‘500 Standorte gelten nach Unternehmensangaben als unmittelbar erschliessbar.
Wie viel Dynamik darin steckt, zeigen die jüngsten Zahlen. Im zweiten Quartal erreichte die Produktion 156‘061 Barrel Öläquivalent pro Tag und lag damit 32% über dem Vorjahreswert. Die Ölförderung stieg sogar um knapp ein Drittel auf gut 135‘000 Barrel täglich. Ein Teil des Zuwachses stammt aus dem organischen Ausbau, zusätzlich wirkten die im Mai konsolidierten Beteiligungen an Bandurria Sur und Bajo del Toro. Gleichzeitig spielte Vista der Ölpreis in die Karten: Der durchschnittlich realisierte Preis sprang gegenüber dem Vorjahr um 44% auf USD 89.40 je Barrel empor.
Entsprechend kräftig fiel der Ergebnissprung aus: Das bereinigte Ebitda verdoppelte sich nahezu auf USD 805 Mio. Die Marge verbesserte sich um drei Prozentpunkte auf beeindruckende 70%. Unter dem Strich verdiente Vista knapp USD 322 Mio., 37% mehr als ein Jahr zuvor. Besonders bemerkenswert ist die Kostendisziplin: Trotz des rasanten Produktionswachstums sanken die Förderkosten je Barrel Öläquivalent um 4% auf USD 4.50. Auch die Perspektive bleibt ambitioniert. Vista peilt für dieses Jahr eine durchschnittliche Produktion von 158‘000 Barrel Öläquivalent pro Tag an. Bis 2027 sollen daraus 185‘000 und bis 2028 bereits 208‘000 werden. Das bereinigte Ebitda soll nach Unternehmensplanung von USD 1.6 Mrd. im Jahr 2025 auf rund USD 3.0 Mrd. im laufenden Jahr sowie USD 3.6 Mrd. im Jahr 2028 steigen. Bis dahin erwartet Vista kumuliert rund USD 2.8 Mrd. freien Cashflow. Allerdings hängen diese Ziele erheblich vom Ölpreis ab: Das Unternehmen kalkuliert für den Rest von 2026 mit Brent-Preisen von USD 85 je Barrel.
An der Börse ist dieser Wachstumsoptimismus längst nicht mehr neu. Nach einem steilen Anstieg befindet sich die Vista-Aktie seit März übergeordnet in einer Seitwärtsphase. Zwar sorgte die Nachricht über Thiels Einstieg zuletzt für einen Kurssprung, ein nachhaltiger Ausbruch aus der bisherigen Handelsspanne ist damit aber noch nicht vollzogen. Das technische Bild bleibt vorerst von Konsolidierung geprägt. Genau dieses Szenario lässt sich mit Barrier Reverse Convertibles nutzen. Die beiden neuen Softcallable-Produkte laufen jeweils ein Jahr und neun Monate und werden am 25. August 2026 erstmals fixiert. Die CHF-Variante bietet einen garantierten Coupon von 8.0% p.a., beim USD-Produkt sind es sogar 11.6% p.a. Die Coupons werden vierteljährlich gezahlt. Die Barriere liegt jeweils bei 69% des Anfangsniveaus und damit 31% unter dem Startwert. Zudem ist ab sechs Monaten eine vorzeitige Rückzahlung im Rahmen der Softcall-Struktur möglich.
Damit müssen Anleger für eine attraktive Couponrendite nicht auf einen weiteren Kurssprung bei Vista setzen. Solange die Aktie nicht massiv unter Druck gerät, kann bereits eine Fortsetzung der Seitwärtsbewegung genügen, um eine attraktive Rendite einzufahren. Selbst wenn die Barriere während der Laufzeit verletzt wird, endet das Investment nicht automatisch im Minus. Notiert Vista am Ende über dem Ausübungspreis, wird trotz Barriereverletzung der Maximalertrag erreicht. Im anderen Fall drohen Einbussen, die allerdings durch den garantierten Coupon abgefedert würden. Die Produkte stellen eine interessante Alternative für Anleger dar, die darauf tippen, dass Peter Thiels neuer Favorit vorerst eher seitwärts läuft.
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