Während Anleger in den vergangenen Monaten fast reflexhaft auf alles blickten, was nur entfernt etwas mit KI zu tun hatte, wurde ausserhalb der Techs leicht übersehen, dass es auch in ganz anderen Branchen Börsengewinner gab. Einer davon ist Valero Energy. Die Aktie des US-Raffineriekonzerns legte im laufenden Jahr um rund zwei Drittel zu, auf Sicht von 12 Monaten summiert sich das Plus sogar auf mehr als 100 Prozent. Die Klettertour ist kein Zufall, sondern die Folge eines Geschäftsmodells, das in einem Umfeld hoher Raffineriemargen enorme Hebel freisetzt. Zum Konzern zählen 14 Raffinerien in den USA, Kanada und Grossbritannien mit einer kombinierten Kapazität von etwa 3.0 Mio. Barrel pro Tag. Hinzu kommt der Anteil am Diamond-Green-Diesel-Joint-Venture mit rund 1.2 Mrd. Gallonen Jahreskapazität für Renewable Diesel und Sustainable Aviation Fuel (SAF) sowie eine Ethanol-Sparte mit 12 Werken und einer Kapazität von etwa 1.7 Mrd. Gallonen pro Jahr. Valero hat also drei Ertragsachsen: klassische Raffineriemargen, Low-Carbon-Fuels und Agrarkraftstoffe.
Bereits 2025 hatte das Unternehmen das Fundament für den Kursaufschwung gelegt. Valero erzielte Rekorde beim Raffineriedurchsatz und bei der Ethanolerzeugung. Auf Gesamtjahressicht wies der Konzern einen Nettogewinn von USD 2.35 Mrd. aus. Während die Raffineriesparte der entscheidende Ergebnistreiber blieb, steuerte Ethanol ebenfalls einen Gewinn von USD 374 Mio. bei. Dagegen schrieb Renewable Diesel noch rote Zahlen, zeigte aber zum Jahresende eine operative Stabilisierung. Im ersten Quartal 2026 wurde aus dieser Stabilisierung dann ein neuer Ergebnissprung für den Konzern. Die Gesamterlöse kletterten auf USD 32.4 Mrd. und lagen damit rund 7% über dem Vorjahreswert. Unter dem Strich verdiente Valero USD 1.26 Mrd. nach einem Verlust von USD 595 Mio. im Vorjahresquartal. Besonders eindrucksvoll war die Raffineriesparte: Sie erwirtschaftete USD 1.8 Mrd. operativen Gewinn. Dabei stieg die Raffineriemarge deutlich von USD 9.78 auf USD 14.90 je Barrel an. Regional kam vor allem die US-Golfküste voran, während die Westküste trotz Verbesserung defizitär blieb.
Bemerkenswert ist, dass inzwischen auch die kleineren Segmente einen sichtbareren Beitrag leisten. Renewable Diesel drehte von einem operativen Verlust von USD 141 Mio. auf ein Plus von USD 139 Mio. Die Marge je verkaufter Gallone sprang von USD 0.02 auf USD 1.11, das Absatzvolumen stieg auf 3.03 Mio. Gallonen pro Tag. Auch Ethanol entwickelte sich stark: Der operative Gewinn stieg in diesem Segment um mehr als das Vierfache auf USD 90 Mio. Valero zeigt damit, dass die Low-Carbon- und Biofuel-Aktivitäten in guten Marktphasen handfeste Ergebnisstützen sein können.
Nach dem starken Jahresauftakt stellt das Unternehmen für das zweite Quartal eine Raffinerieauslastung von 92% bis 95% der gesamten Verarbeitungskapazität in Aussicht. Das signalisiert, dass das Management das günstige Margenumfeld offensiv nutzen möchte. Auf der Ergebnisseite dürfte es spürbar nach oben gegangen sein. Analysten erwarten einen massiven Gewinnsprung auf USD 10.15 je Aktie. Zum Vergleich: Im Vorjahr wies der Konzern «nur» ein Ergebnis je Aktie von USD 2.28 aus. Um auf Wachstumskurs zu bleiben, nimmt Valero auch viel Geld in die Hand. In diesem Jahr werden Kapitalinvestitionen von rund USD 1.7 Mrd., davon etwa USD 300 Mio. für Wachstumsprojekte, erwartet. Die konsequente Verbesserung der bestehenden Systeme zeigt sich anschaulich in dem USD 230 Mio. schweren Optimierungsprojekt an der FCC-Anlage in St. Charles. Dieses soll bereits im dritten Quartal abgeschlossen werden und die Ausbeute hochwertiger Produkte verbessern.
An der Börse allerdings könnte die Rekordjagd allmählich auslaufen. Zwar haben mehrere Banken ihre Kursziele jüngst angehoben, dennoch liegt das Konsensziel nur bei USD 280 und damit ein Zehntel unter der aktuellen Notierung. Wer also auf eine Phase sinkender Dynamik oder seitwärts laufender Kurse setzen möchte, für den könnte ein Barrier Reverse Convertible das passende Anlagevehikel sein. Leonteq bietet zwei neue BRCs mit attraktiven Gewinnchancen: Bei einer Höchstlaufzeit von 18 Monaten ist mit dem in CHF lautenden BRC ein maximaler Ertrag von 10.00% p.a. möglich, das USD-Pendant ist sogar mit einem Coupon von 14.00% p.a. ausgestattet. Um die volle Rendite zu erreichen, darf die Valero-Aktie sogar zurücksetzen. Wichtig ist, dass der Basiswert den Risikopuffer von 41% nicht vollständig aufbraucht. Eine Softcallable-Option in der Struktur kann dafür sorgen, dass das Produkt vorzeitig zurückgezahlt wird, frühestens aber nach sechs Monaten.
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