Aus sportlicher Sicht kehrt in Mailand gerade Ruhe ein. Am vergangenen Sonntag sind, drei Wochen nach den Olympischen Winterspielen, die Paralympischen Winterspiele zu Ende gegangen. Nur einen Tag nach der Schlusszeremonie rückte Mailand in den Wirtschaftsschlagzeilen ganz nach oben. Die in der norditalienischen Metropole beheimatete UniCredit legte ein Übernahmeangebot für die Commerzbank vor. Im Rahmen der freiwilligen Offerte schlagen die Italiener ein Tauschverhältnis von 0.485 UniCredit-Aktien für einen Anteilsschein der zweitgrössten deutschen Privatbank vor. Gegenüber dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag bedeutet das einen Aufschlag von 4%. In Summe bewertet UniCredit die Commerzbank mit rund EUR 35 Mrd. An der Frankfurter Börse wurde die Nachricht positiv aufgenommen – am Montag legte die Commerzbank-Aktie um 8.6% zu.
Im rund 700 Kilometer südlich gelegenen Mailand kam weniger Begeisterung auf. An der dortigen Börse verzeichnete UniCredit nur einen kleinen Kursaufschlag von 0.5%. Möglicherweise fürchten die Investoren, dass das Buhlen der Grossbank um den deutschen Konkurrenten weiterhin auf wenig Gegenliebe stösst. Seit UniCredit im Herbst 2024 bei der Commerzbank eingestiegen ist, wurde der Anteil nach und nach aufgestockt. Derzeit liegen 26% an dem Institut direkt bei UniCredit, über Derivate hat sie Zugriff auf weitere knapp 4%. Das freiwillige Übernahmeangebot gibt den Italienern die Möglichkeit, ihren Anteil weiter aufzustocken. Jetzt wird selbst dann keine Pflichtofferte fällig, falls die Beteiligung die 30%-Schwelle übersteigt. Wobei UniCredit nicht damit rechnet, eine Kontrollmehrheit zu erreichen. «Wir werden sehen, wohin uns das bringt», sagte CEO Andrea Orcel an einer Telefonkonferenz.
Offenbar möchte der Top-Manager den Widerstand gegen die Übernahme aufweichen. Neben der deutschen Bundesregierung, die noch 12% an der Commerzbank hält, lehnt das Frankfurter Geldhaus selbst einen Verkauf nach Mailand ab. «Es ist an der Zeit, zu reden», appellierte Orcel in Richtung Norden. Es gehe darum, das Hin und Her der vergangenen Wochen zu beenden. «Wir sind absolut offen dafür, Lösungen in Gesprächen mit der deutschen Politik zu finden, die alle glücklich machen», sagte der CEO. Seiner Ansicht nach würde eine Fusion nicht nur Wert für die Aktionäre schaffen. Auch Deutschland und Europa hätten Vorteile. Allerdings räumt Orcel ein, dass diese Einschätzung nicht von allen geteilt wird. Wie auch immer: Die Beteiligung an der Commerzbank schiebt den Gewinnmotor von UniCredit schon jetzt kräftig an. Im vergangenen Jahr knackte die Gruppe beim Nettoergebnis die Marke von EUR 10 Mrd., die der CEO eigentlich erst für 2027 angepeilt hatte. Prompt schraubte Orcel die Zielsetzung nach oben. Bis 2028 soll der Überschuss EUR 13 Mrd. erreichen und in den darauffolgenden beiden Jahren mindestens um weitere EUR 2 Mrd. steigen.
Natürlich reichen die geplanten Kosteneinsparungen alleine nicht aus, um die ehrgeizige Zielsetzung zu erreichen. UniCredit braucht hierzu auch ein positives Konjunkturumfeld. Die durch den neuen Krieg im Nahen Osten ausgelösten Unwägbarkeiten haben die UniCredit-Aktie – gemeinsam mit dem gesamten Bankensektor – aus dem Tritt gebracht. Selbst wenn der Branchenriese weiterhin im Kriechgang unterwegs wäre, könnten Anleger mit dem Softcallable Barrier Reverse Convertible eine hohe Rendite generieren. In der Produktwährung CHF zahlt eine auf UniCredit basierende Neuemission einen Coupon in Höhe von 10.20% p.a. Beim auf EUR lautenden Pendant beträgt die vierteljährliche Ausschüttung 12.20% p.a. Die Barriere liegt bei 59% des Anfangslevels. Solange UniCredit nicht auf oder unter diese Marke fällt, zahlt die Emittentin das Nominal nach dem Ende der 15-monatigen Laufzeit vollständig zurück. Sollte das Polster nicht reichen, würde der Teilschutz erlöschen. Das Investment wäre dann dem vollen Risiko des Basiswerts ausgesetzt.
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