Die Schweizer Frauen Nationalelf begeistert die Massen. Knapp 30'000 Fans im Berner Wankdorf und Hunderttausende vor dem Fernseher feierten am Sonntag den 2:0 Sieg über Island. Beim abschliessenden Gruppenspiel gegen Finnland reicht der Mannschaft von Trainerin Pia Sundhage am Donnerstag ein Remis, um Sportgeschichte zu schreiben. Die heimischen Fussballerinnen können zum ersten Mal das Viertelfinale einer Europameisterschaft erreichen. Ein nationaler Sponsor der UEFA Women’s EURO 2025 wurde noch am Tag nach der packenden Partie in Bern gefeiert. Swissquote startete mit einem Kursaufschlag von mehr als 5.6% in die Börsenwoche. Ausschlaggebend für die Avancen des Onlinebrokers dürfte aber weniger die enge Verbindung zum Fussball gewesen sein. Vielmehr freuten sich Anleger offensichtlich über eine Meldung, in der Swissquote am Freitagabend die vollständige Übernahme von Yuh verkündet hat. Vier Jahre nach der Gründung der digitalen Finanz-App kauft der Broker den bisher von Postfinance gehaltenen 50%-Anteil. «Der heutige Schritt erlaubt es uns, Yuh optimal in unser Gesamtangebot zu integrieren», erklärte Marc Bürki, CEO von Swissquote.
Per Mitte Jahr zählte der auf junge Menschen mit einer hohen Affinität für mobile Applikationen ausgerichtete Low cost-Finanzdienstleister 342'369 Kundenkonten. Die Summe der darin gehaltenen Vermögenswerte belief sich auf CHF 3.2 Mrd. «Mit der Einbeziehung von Yuh betreuen wir nun über eine Million Kundenkonten», erklärte Bürki. Er geht davon aus, dass sich dieser Schritt positiv auf die Marktwahrnehmung von Swisssquote auswirken wird. In jedem Fall möchte der CEO mit der vollständigen Übernahme die inhärenten Synergien zwischen den beiden Unternehmen noch umfassender nutzen. Ein weiterer Effekt des Zukaufs: Postfinance gewinnt als Teilhaberin – per Ende 2024 hielt sie 5% an Swissquote – an Bedeutung. Yuh wurde jetzt mit CHF 180 Mio. bewertet. Einen Teil des Kaufpreises bezahlt Swissquote mit eigenen Aktien, so genannten Treasury Shares.
Das oberste Ziel des Managements dürfte sein, mit Hilfe von Yuh den Wachstumskurs voranzutreiben. Die führende Finanz-App der Schweiz hat im vergangenen Jahr die Zahl der Kundenkonten um knapp die Hälfte gesteigert und zudem den Breakeven überschritten. Per Ende Dezember 2024 lag der ausgewiesene Gewinn bei CHF 1.7 Mio. Eigentlich sollte Yuh erst im laufenden Jahr schwarze Zahlen schreiben. Wie die Geschäfte im ersten Semester 2025 gelaufen sind, erfahren Anleger am 14. August. Dann präsentiert Swissquote den Zwischenbericht. Das Management erwartet nach den Rekordwerten im vergangenen Jahr erst einmal eine Konsolidierung. Während der Nettoertrag 2025 um 2.1% auf CHF 675 Mio. zunehmen soll, peilen die Verantwortlichen für den Vorsteuergewinn eine Steigerung um 2.7% auf CHF 355 Mio. an. Mittelfristig möchte das Team um CEO Bürki deutlich mehr: Per 2028 steht beim Gewinn vor Steuern eine Zielmarke von CHF 500 Mio. Das wäre gegenüber dem vergangenen Jahr ein Wachstum von knapp 45%.
Die Swissquote-Aktie könnte mit dem gestrigen Kurssprung einen neuen Anlauf in Richtung CHF 500 gestartet haben. Anfang Juni hatte der Mid Cap kurz vor dieser runden Marke nach unten gedreht. Selbst wenn der Finanztitel erneut am Ausbruch scheitern sollte, ist mit dem Softcallable Barrier Reverse Convertible eine attraktive Rendite möglich. Ungeachtet der weiteren Entwicklung bei Swissquote wird alle 3 Monate eine Couponzahlung in Höhe von 8.60% p.a. fällig. Für das Nominal besteht Teilschutz: Solange der Basiswert nicht auf oder unter die Barriere von 69% des Anfangslevels fällt, zahlt die Emittentin den Kapitaleinsatz vollständig zurück. Wegen der Softcallable-Funktion ist eine vorzeitige Kündigung und Tilgung des BRCs möglich. Eine deutlich offensivere Ausrichtung ermöglichen Hebelprodukte. Leonteq handelt mittlerweile mehr als 60 verschiedene, auf Swissquote basierende Papiere dieser Art. Mit Long Mini-Futures oder Call Warrants können Trader daraufsetzen, dass Swissquote die Marke von CHF 500 knacken wird. Dagegen zielen Shorts respektive Puts auf fallende Kurse ab. Unabhängig von der Ausrichtung gilt: Geht das jeweilige Anlagekalkül nicht auf, drohen überproportionale Verluste.
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