Als Swatch vor einigen Jahren gemeinsam mit Omega die MoonSwatch auf den Markt brachte, war der Effekt bemerkenswert: Schlangen vor den Läden, ein viraler Hype in den sozialen Medien sowie eine Marke, die plötzlich wieder im Zentrum der Popkultur stand. Nun versucht der heimische Uhrenkonzern, diesen Erfolg zu wiederholen – und setzt dabei auf ein noch prestigeträchtigeres Label. Mit der angekündigten Zusammenarbeit mit Audemars Piguet, intern als «Royal Pop» bezeichnet, zielt Swatch auf nichts Geringeres als den nächsten globalen Bestseller ab. Am 16. Mai soll der Zeitmesser vorgestellt werden. Der Markt spekuliert im Vorfeld bereits auf eine Neuinterpretation der ikonischen Royal Oak, eines Modells, das in der Luxusuhrenwelt Kultstatus geniesst. Sollte der Coup gelingen, könnte dies der Marke Swatch erneut einen kräftigen Umsatzschub verleihen. Analysten halten zusätzliche Erlöse im Bereich von rund CHF 200 Mio. für möglich. Der Markt hat diese Fantasie bereits vorweggenommen. Die Aktie schoss im Zuge der Kooperation nach oben und markierte gar ein neues Jahreshoch.
Genau hier beginnt die Ambivalenz der Investmentstory. Zwar gilt Swatch als einer der dominierenden Player der globalen Uhrenindustrie, doch strukturelle Herausforderungen bleiben bestehen. Nach einem schwächeren Jahr 2025, das von verhaltener Nachfrage und insbesondere einer schwachen Entwicklung in China geprägt war, bleibt die Profitabilität deutlich unter früheren Niveaus. Die operative Marge ist zuletzt spürbar unter Druck geraten, und auch der Gewinn fiel zeitweise stark zurück. Zwar gelang es dem Unternehmen, die Kosten zu stabilisieren und die Strukturen intakt zu halten, doch die Erholung verläuft bislang schleppend. Besonders relevant: Der Anteil des China-Geschäfts ist rückläufig – von 27% auf 23% –, während die Dynamik in anderen Regionen, insbesondere in Übersee, zunimmt. Für 2026 zeigt sich das Management entsprechend vorsichtig optimistisch. Verwaltungsratspräsidentin Nayla Hayek spricht von einer «realistischen, aber zuversichtlichen» Perspektive, betont jedoch gleichzeitig die anhaltenden politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten. Die Strategie bleibt klar: Swatch setzt auf Kontinuität, hält an der Produktion in der Schweiz fest und positioniert sich für eine mögliche Nachfrageerholung – insbesondere im Luxussegment. Eine weitere Unsicherheitskomponente stellt die Governance dar. Im Vorfeld der gestrigen Generalversammlung sorgte ein aktivistischer Investor für Unruhe und weckte Spekulationen über mögliche strategische Anpassungen. Allerdings gilt ein grundlegender Kurswechsel unter der Kontrolle der Hayek-Familie als eher unwahrscheinlich.
Der Knackpunkt der Swatch-Aktie liegt damit auf der Hand: Sollte die neue Kooperation nicht an den Erfolg der MoonSwatch anknüpfen können oder der vielerorts erhoffte Strategiewechsel ausbleiben, könnte die Aktie schnell wieder an Schwung verlieren. Umgekehrt gilt: Gelingt erneut ein globaler Hype, besitzt der Konzern weiterhin das Potenzial, die eigene Marke neu zu definieren – und damit auch den Kursaufschwung zu rechtfertigen. Folglich steht Swatch exemplarisch für eine klassische Börsensituation: Eine überzeugende Story trifft auf eine bereits ambitionierte Bewertung. Kurzfristig dürfte der Newsflow rund um die neue Kooperation und aktivistische Investoren für Volatilität sorgen. Mittel- bis langfristig entscheidet jedoch allein die operative Umsetzung.
Der neue Barrier Reverse Convertible wurde dafür konzipiert, bereits bei einer Kurspause eine attraktive Rendite zu ermöglichen. Bei einer maximalen Laufzeit von 18 Monaten bietet der BRC auf Swatch einen Coupon von 8.60% p.a. Um diese Maximalrendite zu erreichen, darf der heimische Valor sogar moderat zurücksetzen. Wichtig ist, dass der Basiswert die Barriere bei 64% des Anfangslevels nicht berührt. Eine Softcallable-Option in der Struktur kann zudem dafür sorgen, dass das Produkt – frühestens nach einem halben Jahr – vorzeitig zurückgezahlt wird.
Spekulativ orientierte Investoren könnten alternativ auch über Long- und Short-Positionierungen nachdenken, falls sich die Dynamik in eine Richtung ausweitet respektive der Kurs eine Wende vollzieht. Insgesamt befindet sich eine hohe Vielfalt an Hebelprodukten in der Palette von Leonteq. Dabei handelt es sich um Warrants, Warrants mit Knock-out sowie Mini-Futures, die sowohl aufwärts- als auch abwärtsgerichtete Kursbewegungen in überproportionale Gewinne verwandeln können.
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