Seit 2019 steht Richard Saynor an der Spitze von Sandoz. Der britische Pharmazeut hat aus der problembehafteten Generikatochter von Novartis ein eigenständiges und erfolgreiches Unternehmen geformt. Per Spin-off landete Sandoz Anfang Oktober 2023 an der SIX. Seither hat sich die Kapitalisierung in etwa verdoppelt. Zum Vergleich: Novartis legte in der Zwischenzeit um rund 14% zu. Wie sehr Saynor von seinem Weg überzeugt ist, zeigen die Aussagen des Top-Managers in einem Interview mit «L'Agefi». In der Ausgabe vom 15. August 2025 äusserte er sich unter anderem zur laufenden Debatte um die US-Einfuhrzölle. Sandoz werde keine eigene Produktion in den Staaten aufbauen. Das gelte selbst dann, falls Washington die von Präsident Donald Trump angedrohten Zölle in Höhe von 250% auf die Einfuhr von Medikamenten wahr mache. «Der US-Markt ist viel zu unsicher und dysfunktional», sagte Saynor im Gespräch mit der Westschweizer Tageszeitung. Ausserdem würde Sandoz heute in den USA weniger als ein Fünftel der Gesamtumsätze erwirtschaften.
Der operative Schwerpunkt der Basler liegt auf dem alten Kontinent. In Europa ist die Vorausplanung der Produktion dem CEO zufolge einfacher. Das Wachstum des Unternehmens kommt schon jetzt zu mehr als der Hälfte aus Europa. «Es ist unser Hauptmarkt, wo wir eine führende Position einnehmen, die wir weiter ausbauen wollen», erklärte Saynor in dem Interview. Ein Blick in den jüngsten Zwischenbericht lässt kaum Zweifel an dieser Strategie. Im ersten Semester 2025 hat Sandoz mehr als die Hälfte der Umsätze in Europa erwirtschaftet (siehe Grafik). Insgesamt steigerte der Konzern die Erlöse zu konstanten Wechselkursen um 4% auf USD 5.2 Mrd. Wachstumstreiber sind Biosimilars. In der zweiten Sparte neben Generika steigerte Sandoz den Umsatz von Januar bis Juni 2025 zu konstanten Wechselkursen um 12%. Im zweiten Semester steuerte Biosimilars erstmals 30% zum Gesamtgeschäft bei. Auch an dieser Stelle macht sich die Positionierung auf dem alten Kontinent bezahlt. Sandoz hat in Europa von neuen Produkten profitiert. Beispielsweise wurde mit «Pyzchiva» das erste Autoinjektor-Biosimilar für «Ustekinumab», einem Wirkstoff zur Behandlung chronischer Entzündungserkrankungen eingeführt.
Sehen lassen kann ich auch die Gewinnentwicklung. Operativ (Stufe Core Ebitda) verdiente Sandoz im ersten Semester USD 1.046 Mrd. – zu konstanten Wechselkursen bedeutet das ein Wachstum von 20% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Ebitda-Marge ging um 2.5 Prozentpunkte auf 20% nach oben. Für das Gesamtjahr peilt das Management hier einen Wert von rund 21% an. Neben einem günstigen Produktmix sollen die Vereinfachung des externen Netzwerkes sowie das fortgesetzte Transformationsprogramm die Profitabilität fördern. Ausserdem setzen die Verantwortlichen auf weitere Produkteinführungen im Biosimilar-Segment. Vor diesem Hintergrund peilt Sandoz beim Nettoumsatz für 2025 zu konstanten Wechselkursen ein Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich an. Damit haben die Basler ihre bisherige Prognose bestätigt. Die im SMI enthaltene Aktie reagierte mit einem Kurssprung von annähernd 12% auf die Zahlenvorlage und erreichte ein neues Allzeithoch von CHF 50.62.
Der Softcallable Barrier Reverse Convertible spielt selbst dann seine Stärken aus, falls Sandoz eine ruhigere Gangart an den Tag legen sollte. Ungeachtet vom Kursverlauf bei Sandoz wird die vierteljährliche Couponzahlung in Höhe von 6.00% p.a. fällig. Für das CHF 1'000 betragende Nominal besteht Teilschutz: Solange der Basiswert nicht auf oder unter die Barriere von 74% des Anfangslevels fällt, erfolgt eine vollständige Tilgung. Sollte das Polster nicht reichen, wäre der BRC dem vollen Kursrisiko der Pharmaaktie ausgesetzt. Bitte beachten Sie auch die Softcallable-Komponente. Sie macht eine vorzeitige Kündigung und Rückzahlung dieser Emission möglich.
Natürlich darf das momentumstarke Mid Cap im wachsenden Hebelprodukte-Sortiment von Leonteq nicht fehlen. Das Zürcher Fintech handelt aktuell 55 Mini Futures, Warrants mit Knock-Out sowie Warrants, die auf Sandoz basieren. Sie bieten sowohl die gehebelte Spekulation auf weitere steigende Kurse als auch ein Short-Engagement.