Von wegen „Magnificent 7“, der wahre Star am Börsenhimmel ist derzeit Oracle – und damit auch Mitgründer Larry Ellison. Der 81-jährige ging zuletzt sogar auf Tuchfühlung zu Tesla-Chef Elon Musk im Kampf um den Titel des reichsten Menschen der Welt. Möglich machte dies ein atemberaubender Kurssprung der Oracle-Aktie, die sich zu rund 41% in den Händen von Ellison befinden. Das Tagesplus von mehr als einem Drittel markierte nicht nur den grössten Kursgewinn seit mehr als drei Jahrzehnten, der Börsenwert der Softwareschmiede näherte sich auch der Billionen-Dollar-Schwelle an.
Auslöser dieser Euphorie waren Oracle’s jüngste Geschäftszahlen. Der Datenbank-Pionier hat sich in den vergangenen Jahren erfolgreich zum Cloud-Anbieter gewandelt und profitiert dabei insbesondere vom Boom im KI-Infrastrukturbereich. In den abgelaufenen beiden Quartalen – dem vierten des Geschäftsjahres 2024/25 (31. Mai) sowie dem ersten 2025/26 – überraschte der Software-Konzern mit zweistelligem Umsatzwachstum und einer Flut an Neuaufträgen. Vor allem in der Cloud-Sparte brummt es derzeit: Die Segment-Umsätze beschleunigten sich nach einem Anstieg um 27% im Schlussviertel 2024/25 auf 28% zum Jahresauftakt 2025/26. Besonders Cloud-Infrastruktur (OCI) erwies sich mit einem Erlössprung um 55% als Wachstumsmotor. Zwar kommt Oracle im Vergleich zu den Branchenriesen Amazon, Microsoft und Google nur auf einen verhältnismässig geringen Marktanteil, allerdings hat der Konzern seine Rechenzentren mit denjenigen der sogenannten Hyperscaler verknüpft. Laut Ellison haben sich die Umsätze aus diesen Kooperationen im Berichtszeitraum mehr als versechzehnfacht. „Wir gehen davon aus, dass die MultiCloud-Umsätze über mehrere Jahre hinweg jedes Quartal erheblich steigen werden“, zeigt sich der Grossaktionär zuversichtlich.
Für besonderes Aufsehen sorgte zuletzt zudem der Auftragseingang: Oracle konnte im abgelaufenen Vierteljahr vier Grossaufträge an Land ziehen, darunter laut Berichten auch einen der grössten Cloud-Deals aller Zeiten. Dabei geht es um einen Vertrag mit der ChatGPT-Mutter OpenAI über Cloud-Kapazitäten im Wert von USD 300 Mrd. über fünf Jahre. Auch das KI-Startup xAI von Elon Musk zählt zu den Abnehmern dieser Super-Computing-Leistungen. Insgesamt erhöhte sich der Auftragsbestand des Unternehmens auf USD 455 Mrd., ein Zuwachs um 359% gegenüber dem Vorjahr. CEO Safra A. Catz stellte in Aussicht, dass die USD 500 Mrd.-Grenze schon bald überwunden werden dürfte.
Angesichts dieser Zahlen verwundert es nicht, dass Oracle auch seine Jahresprognose nach oben schraubte. In der OCI-Sparte erwartet die Managerin Umsätze von USD 18 Mrd., ein Plus von 77%. Bislang hatte Catz für das Geschäftsjahr ein Plus von 70% in Aussicht gestellt. In den darauffolgenden Jahren sollen sich die Wachstumsraten voraussichtlich auf ähnlichem Niveau befinden. „Oracle befindet sich auf dem Weg, nicht nur der grösste Cloud-Anwendungskonzern der Welt zu sein, sondern auch zu den grössten Cloud-Infrastruktur-Anbietern zu gehören“, zeigt sich die 63-jährige selbstbewusst. Für den Gesamtkonzern wird nun ein Umsatz von mindestens USD 67 Mrd. erwartet, das sind 17% mehr als im Vorjahr und zwei Prozentpunkte mehr als bei der ursprünglichen Prognose.
Für den alten Veteranen der Tech-Branche Larry Ellison sind die aktuellen Erfolge eine späte Krönung seiner Visionen. Dennoch darf nicht übersehen werden, dass Oracle im Cloud-Markt weiter ein Herausforderer ist – die Big-Techs Amazon, Microsoft und Google dominieren zu rund zwei Drittel den globalen Cloud-Infrastrukturmarkt. Allerdings hat Oracle noch ein zweites Standbein, die Datenbank-Sparte. Und auch diese positioniert sich gerade für die KI-Zukunft. Auf der kommenden Hauskonferenz möchte Ellison eine neue Version von „Oracle AI Database“ vorstellen, mit dem Kunden beliebig grosse KI-Modelle direkt mit ihren Unternehmensdaten verknüpfen können. Damit wird die Datenbank von Oracle zur Drehscheibe, um firmeneigene Datenbestände für GenAI nutzbar zu machen. Für Unternehmen, die auf umfangreichen Oracle-Datenbanken sitzen, könnte dies zum Game Changer werden. Sie können nun KI-Auswertungen durchführen, ohne ihre Daten in andere Systeme migrieren zu müssen.
Für Oracle geht es nun darum, den Schwung – sowohl operativ als auch am Kapitalmarkt – aufrecht zu erhalten. Was die Börse betrifft, darf das Unternehmen einen Gang zurückschalten. Die neuen Softcallable Barrier Reverse Convertible von Leonteq erzielen bereits im Seitwärtsgang prozentual zweistellige Renditen. Das auf CHF lautende Produkt ist mit einem Coupon von 10.2% p.a. ausgestattet, die USD-Variante stellt gar eine Ertragschance von 14.2% p.a. in Aussicht. Dabei lassen die Produkte dem Basiswert einen komfortablen Bewegungsspielraum. Innerhalb der Höchstlaufzeit von 15 Monaten schützt ein Risikopuffer von 41% das Nominal. Die Laufzeit des BRCs kann sich verkürzen, die erste Softcallable-Beobachtung findet nach einem halben Jahr statt.
Die jüngste Kursreaktion hat gezeigt, dass die Wall Street darauf wettet, dass Oracle vom KI-Trend überproportional profitieren wird. Sollte es dem Unternehmen gelingen, die jüngsten Mega-Deals in Gewinne umzumünzen, könnten neue Rekorde an der Börse winken. Mutige Trader können darauf mit Long-Papieren setzen. Insgesamt befinden sich Hebelprodukte in der Palette von Leonteq, die aufwärts gerichtete Kurse in überproportionale Gewinne verwandeln. Darüber hinaus stehen auch Warrants mit Knock-Out und Mini-Futures mit einer Short-Ausrichtung zur Verfügung. Diese würden sich unter anderem dafür eignen, sollte die Oracle-Aktie nach ihrem Höhenflug auf Konsolidierungskurs gehen.