Die meisten an der US-Westküste lebenden Filmschaffenden dürften noch geschlafen haben, als am 5. Dezember 2025 eine Nachricht veröffentlicht wurde, deren Inhalt Hollywood nachhaltig verändern könnte. Um 4:00 Uhr morgens Ortszeit verkündete Netflix die Übernahme von grossen Teilen von Warner Bros. Discovery. Mit der knapp USD 83 Mrd. schweren Transaktion greift der Streaminganbieter nach einigen der grössten und erfolgreichsten Studios der US-Filmindustrie. Kino-Blockbuster wie «Harry Potter» oder «Dune» liegen genauso in den Warner-Bibliotheken wie die Serien-Hits «The Big Bang Theory» oder «Game of Thrones». Während Netflix auch die Streamingsparte HBO Max kaufen möchte, sollen die TV-Sender, darunter CNN, vor Abschluss des Deals abgespalten werden. «Gemeinsam können wir dem Publikum mehr von dem bieten, was es liebt, und dabei helfen, das nächste Jahrhundert des Geschichtenerzählens zu definieren», schwärmte Netflix-Co-CEO Ted Sarandos.
Zu diesem Zeitpunkt konnte er noch nicht ahnen, dass Paramount Skydance genau drei Tage nach dem Netflix-Vorstoss zum Gegenschlag ausholt. Der Medienkonzern legte am 8. Dezember eine USD 108 Mrd. schwere und feindliche Übernahmeofferte für Warner Bros. Discovery als Ganzes vor. Pro Aktie bietet Paramount Skydance USD 30 in bar. Netflix wollte «nur» USD 27.75 zahlen, davon USD 4.50 in eigenen Aktien. Neben den gleichnamigen Filmstudios sind der Streamingdienst Paramount+ sowie der TV-Sender CBS Teil von Paramount Skydance. An der Konzernspitze steht David Ellison. Der 42-Jährige kommt aus einer bekannten und vermögenden Familie. Sein Vater Larry hat Oracle mitgegründet und ist der zweitreichste Mann der Welt. Helfen könnte dem Netflix-Rivalen auch ein direkter Draht in das Weisse Haus. Jared Kushner, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, ist in die Paramount-Offerte involviert. Die von ihm gegründete Investmentfirma Affinity Partners soll sich als externer Partner an der Finanzierung der Übernahme beteiligen. Vor Journalisten erklärte Trump, dass er nicht mit Kushner über den Deal gesprochen habe. Gleichzeitig betonte er, dass weder Netflix noch Paramount seine Freunde seien. Zuvor hatte der Präsident bereits angekündigt, sich in die Entscheidung um die Genehmigung einer Warner-Übernahme durch Netflix einzuschalten.
Die kartellrechtlichen Bedenken dürften ein Grund sein, weshalb die Netflix-Aktie negativ auf die jüngsten Meldungen reagiert hat. Am Freitag, 5. Dezember, rutschte der Large Cap zum ersten Mal seit April unter die runde Marke von USD 100 ab. Nach dem Paramount-Gegenschlag nahm der Verkaufsdruck weiter zu – am Montag büsste Netflix 3.4% ein. Möglicherweise befürchten Investoren, dass Ted Sarandos nach der Zuspitzung des monatelangen Bieterkampfs um Warner Bros. Discovery nicht klein beigibt. Zwar lassen die mehr als 300 Mio. Abonnenten die Kasse des Unternehmens seit Jahren kräftig klingeln (siehe Grafik). Gleichwohl plant Netflix schon für das vorliegende Angebot mit einer Schuldenaufnahme in Höhe von USD 50 Mrd. In jedem Fall würde die Warner-Übernahme, sollte der Streamingkrösus tatsächlich zum Zug kommen, eine Art Kulturbruch bedeuten. Bisher setzte das Unternehmen vor allem auf Eigenproduktionen. Ein klassisches Beispiel ist «House of Cards». Die 2013 erstmals veröffentlichte Politikserie gilt als Grundstein für den Aufstieg von Netflix. «Im Lauf der Jahre haben wir uns einen Namen als Bauherr und nicht als Käufer erworben», räumte der Co-CEO an einer Telefonkonferenz zum Warner-Angebot ein.
Jetzt ist völlig offen, in welche Richtung das Unternehmen strategisch geht. Umso interessanter könnte der neue Soft-Callable Barrier Reverse Convertible auf Netflix sein. Anleger dürfen bei dieser Emission fest mit einer regelmässigen Couponzahlung rechnen. Bei dem auf CHF lautenden BRC beträgt die Ausschüttung 8% jährlich. Die USD-Variante wirft einen Ertrag von 11.6% p.a. ab. Für diese Renditechancen besteht Teilschutz in form der Barriere von 59% des Anfangslevels beim Basiswert. Fest steht, dass der Newsflow in Bezug auf die Übernahme von Warner Bros. Discovery vorerst nicht abreissen wird. Insofern könnte Netflix auch für Trader interessant bleiben. Da trifft es sich gut, dass der Nasdaq-Titel im Hebelprodukte-Sortiment von Leonteq einen festen Platz hat. Insgesamt handelt die Emittentin annähernd 70 Mini-Futures, Warrants sowie Warrants mit Knock-Out auf die Netflix-Aktie. Sie ermöglichen eine Positionierung in beide Richtungen – long und short.
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