Das Familienunternehmen schaltet bei der Expansion einen Gang höher. Der Verbindungstechnik-Spezialist hat soeben eine strategisch interessante Übernahme auf den Weg gebracht und stärkt mit Ingun ausgerechnet jenes Geschäft, das bereits 2025 zu den stärksten Wachstumstreibern gehörte. An der Börse kommt die Nachricht in einer spannenden Phase: Nach dem kräftigen Höhenflug und der anschliessenden Korrektur zeichnet sich bei der Aktie zunehmend eine Bodenbildung ab. Das eröffnet Chancen für Anleger, die eine Seitwärtsbewegung gezielt zur Renditeoptimierung nutzen möchten. Mit der vereinbarten Akquisition der ebenfalls familiengeführten Ingun baut Huber+Suhner seine Position in der Prüf- und Messtechnik aus. Der Vollzug wird bis Ende des dritten Quartals erwartet. Die Deutschen entwickeln unter anderem gefederte Kontaktstifte, Prüfadapterkits und kundenspezifisches Zubehör, mit denen Leiterplatten, elektronische Geräte, Steckverbinder und Batterien getestet werden. Damit ergänzt Huber+Suhner das bestehende Portfolio durch komplementäre Technologien und verschafft sich zusätzlichen Zugang zu bestehenden und angrenzenden Märkten. Ingun erzielte 2025 einen Umsatz im hohen zweistelligen Millionenbereich. Nach Abschluss soll das Unternehmen als eigene Geschäftseinheit im Industriesegment geführt werden.
Der Zukauf passt zur Strategie, in technologisch anspruchsvollen Nischen profitabel zu wachsen. Gleichzeitig treibt Huber+Suhner seine Positionierung in einem zweiten Zukunftsfeld voran: der Infrastruktur für Cloud und künstliche Intelligenz. Gemeinsam mit Microsoft Azure investiert der Konzern in zusätzliche Kapazitäten für Hollow-Core-Fiber-(HCF)-Kabel und passende Steckverbindungen. Bei dieser Technologie wird Licht überwiegend durch Luft statt durch Glas geführt. Das ermöglicht eine bis zu 47 Prozent schnellere Datenübertragung und reduziert die Latenz zwischen Rechenzentren und KI-Clustern. Die Zusammenarbeit mit Microsoft reicht bis 2017 zurück. Erste HCF-Lösungen übertragen bereits Live-Datenverkehr im Azure-Netzwerk. Nun sollen die Produktionsmengen mit dem Einsatz in weiteren Azure-Regionen schrittweise steigen. Huber+Suhner fertigt entsprechende Kabel und patentierte Steckverbinder. Die Kombination aus Kabeln und Konnektoren erlaubt integrierte Ende-zu-Ende-Lösungen und könnte dem Unternehmen eine attraktive Stellung beim Ausbau künftiger Hyperscale- und Metro-Netze verschaffen.
Dass die Wachstumsfelder Substanz besitzen, zeigte bereits der Auftragseingang 2025. Dieser sprang um 13.70% auf den Rekordwert von CHF 1.032 Mrd. Besonders dynamisch entwickelte sich das Industriesegment mit einem Anstieg der Bestellungen um 16.20%, im Kommunikationsgeschäft legte der Auftragseingang dank der hohen Nachfrage aus dem Rechenzentrumsbereich sogar um 21.90% zu. Das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz erreichte dort starke 1.52. Beim Umsatz hinterliess der starke Franken allerdings Spuren. Die Konzernerlöse gingen um 3.3% auf CHF 864.1 Mio. zurück. Auf der Gewinnseite entwickelte sich das Unternehmen dennoch besser: Das EBIT stieg im vergangenen Geschäftsjahr um 4.9% auf CHF 90.8 Mio., wodurch sich die Marge von 9.7% auf 10.5% verbesserte. Hinzu kommt eine komfortable Eigenkapitalquote von 77.90%.
Für das laufende Jahr rechnet das Management mit einem organischen Umsatzwachstum von mindestens einem Zehntel. Die EBIT-Marge soll in der oberen Hälfte des mittelfristigen Zielbandes von 9% bis 12% liegen. Rückenwind dürften vor allem die Initiativen Data Center, Aerospace & Defense und Rail Communications liefern. Der starke Auftragsbestand spricht zudem für weiteres Wachstum. Risiken bleiben geopolitische Konflikte, Handelsbarrieren, Wechselkurse und eine mögliche Investitionszurückhaltung der Kunden. Einblick in das laufende Jahr gibt Huber+Suhner zum ersten Mal am 18. August bei der Vorlage der Halbjahreszahlen. Dann wird sich zeigen, wie viel der hohen Auftragsdynamik bereits in Umsatz und Ergebnis angekommen ist.
Die Huber+Suhner-Aktie zählte im ersten Halbjahr dieses Jahres zu den Highflyern am Schweizer Aktienmarkt. Bis Anfang Juni hatte sich der Kurs verdoppelt. Anschliessend kam es zu einer scharfen Korrektur, die bei rund CHF 190 nun in einer Bodenbildung mündete. Anleger, die zunächst eher mit einer stabilen oder seitwärts laufenden Aktie rechnen, können die Verschnaufpause mit dem neuen Callable Barrier Reverse Convertible nutzen. Das Produkt zahlt einen Coupon von 12% p.a. und verfügt über eine Barriere bei 59% des Startniveaus. Die Maximallaufzeit von 1.25 Jahren kann sich aufgrund der Callable-Funktion verringern. Eine erste vorzeitige Rückzahlung ist im Februar 2027 möglich. Bleibt die Barriere unversehrt, erfolgt die Rückzahlung zu 100%. Wird sie verletzt und notiert die Aktie am Ende unter dem Ausübungspreis, droht dagegen die Lieferung von Aktien. Die Zeichnungsfrist endet am 11. August und damit noch vor dem Halbjahresbericht.
Trading-orientierte Anleger können auf die anstehenden Halbjahreszahlen und einen möglichen Ausbruch aus der Bodenbildung zudem mit Long- oder Short-Produkten gehebelt wetten. Zur Verfügung stehen in der Leonteq-Hebelproduktepalette Warrants und Mini-Futures, mit denen sich gezielt beide Richtungen spielen lassen. Anleger müssen dabei aber wegen der Hebelwirkung bis hin zum Totalverlust kalkulieren.
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