In den vergangenen Jahren haben sich Europas Regierungen und die NATO-Mitglieder zu einer historischen Wende durchgerungen: eine massive Aufrüstung in Reaktion auf äussere Bedrohungen. Der verschärfte russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, wiederholte Luftraumverletzungen und hybride Angriffe entlang der EU-Aussengrenzen haben zuletzt die Sicherheitswende noch beschleunigt. Der Ausbau der Verteidigungsfähigkeiten betrifft aber nicht nur die Artillerie oder Panzer, besonders gefragt sind auch Sensorik, elektronische Aufklärung sowie luft- und drohnenbasierte Abwehr. Diese Entwicklung kommt insbesondere Hensoldt entgegen, denn moderne Kriegsführung erfordert zunächst sehen, verstehen und dann abwehren.
Dem deutschen Hersteller von Rüstungselektronik und Sensorik-Lösungen mit Fokus auf Radarsysteme, optronische Systeme wie Wärmebildgeräte sowie Drohnen- und Flugabwehrtechnik flattern die Orders derzeit reihenweise ins Haus. Im ersten Semester sammelte Hensoldt neue Aufträge im Wert von EUR 1.4 Mrd. ein. Damit liegt das Book-to-Bill-Verhältnis bei rund 1.2, womit die Grundlage für weiteres Wachstum gelegt ist. In den ersten sechs Monaten erhöhte sich der Umsatz bereits um 11% auf EUR 944 Mio. Die zweite Hälfte dürfte noch deutlich dynamischer ausfallen: Der Vorstand rechnet für 2025 mit einem Gesamtumsatz zwischen EUR 2.5 und 2.6 Mrd., bei einer bereinigten Ebitda-Marge von rund 18%.
Auch über das laufende Jahr hinaus zeigt die Kurve weiter nach oben. Das dreiköpfige Hensoldt-Management unter der Führung von Oliver Dörre geht davon aus, dass sie in den nächsten Monaten Aufträge vom Bund in bisher ungekannten Dimensionen erreichen werden. Laut CEO Dörre bestellt die Bundesregierung Stückzahlen, die «in Richtung zehnfach, zwanzigfach von dem gehen, was wir in der Vergangenheit hatten.» Beispielsweise soll Hensoldt für den Spähpanzer der nächsten Generation «Luchs II» den Kern an Sensorik und Elektronik liefern. Im Zuge der anhaltenden Bedrohungen plant Deutschland, seine Verteidigungsausgaben im kommenden Jahr auf EUR 108 Mrd. anzuheben – so hoch wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr.
Angesichts dieser Aussichten blickt das Unternehmen optimistisch nach vorne und sieht jährliche Wachstumsraten von mehr als einem Zehntel als realistisch an. So soll sich der Umsatz bis 2030 auf rund EUR 6 Mrd. nahezu verdreifachen. Um die Auftragsflut auch abarbeiten zu können, greift Hensoldt tief in die Tasche. Zwischen 2025 bis 2027 möchte der Konzern, an dem die Bundesrepublik mit 25.1% beteiligt ist, rund EUR 1 Mrd. investieren. Entgegen kommt dem Unternehmen dabei das neue Beschaffungs- und Beschleunigungsgesetz. «Wir hoffen, dass wir künftig auch Anzahlungen bekommen», heisst es bei Hensoldt. Früher wurde immer erst bei Lieferung abgerechnet.
Der Analystenkonsens geht davon aus, dass die steigenden Erlöse auch zu höheren Gewinnen führen werden. Nach einem prognostizierten Anstieg des Ergebnisses je Aktie von 81.5% im laufenden Geschäftsjahr, soll sich das prozentual zweistellige Wachstum weiter fortsetzen. Im Schnitt rechnen die Experten für die beiden Folgejahre mit einem durchschnittlichen Plus von einem Viertel.
Das erwartete Wachstum kombiniert mit der geopolitischen Lage in Europa, die angespannt bleibt und die Akzeptanz von Rüstungsausgaben in der öffentlichen Debatte über Sicherheit und Abschreckung fördert, lässt sich auch am Börsenkurs ablesen. Die Hensoldt-Aktie legte in diesem Jahr bereits um mehr als 200% zu und stiess zuletzt nicht nur in den dreistelligen Kursbereich vor, sondern markierte auch ein neues Rekordhoch. Analysten kommen bei dem dynamischen Aufstieg mit ihren Aufwärtsrevisionen bei den Kurszielen längst nicht mehr mit. Aktuell erhält das MDAX-Mitglied ein Hold-Rating, das durchschnittliche 12-Monats-Ziel liegt mit EUR 88 rund ein Fünftel unter dem aktuellen Kursniveau.
Die Luft nach oben scheint mit Blick auf die 100er-Marke also dünner zu werden. Zu dieser Einschätzung passen unter anderem Renditeoptimierungsprodukte. Leonteq hat zwei neue Softcallable BRCs am Start, die über einen komfortablen Risikopuffer von 41% verfügen und gleichzeitig eine prozentual zweistellige Rendite ermöglichen. Die CHF-Variante stellt bei einer Verschnaufpause der Aktie eine Maximalrendite von 12.20% p.a. in Aussicht, beim EUR-Papier sind es gar 14.20% p.a. Damit die Produkte innerhalb der Maximallaufzeit von 15 Monaten also den Höchstertrag erzielen, bedarf es keinerlei Kursanstiege. Die Laufzeit kann sich aufgrund der eingefügten Softcallable-Funktion verkürzen. Alle drei Monate, frühestens nach einem halben Jahr, hat die Emittentin bei beiden BRCs das Recht zu einer vorzeitigen Rückzahlung zu 100%.
An der psychologisch wichtigen Marke von EUR 100 muss bei Hensoldt aber nicht Schluss sein. Den Weg weiter hoch können spekulativ orientierte Anleger noch beschleunigen. In der breiten Angebotspalette von Leonteq befinden sich Mini-Futures und Warrants auf den deutschen Rüstungstitel, die eine gehebelte Partizipation in Aussicht stellen. Dabei ist aber nicht nur eine Long-Positionierung möglich, mit Shorts lassen sich auch mögliche Kursrücksetzer nach der immensen Rallye in überproportionale Gewinne verwandeln.
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