In den Kurslisten tauchte Bayer lange Zeit mit roten Vorzeichen auf. Zuletzt aber änderte sich die Farbe: Der ewige Problemfall bekam mächtigen Rückenwind. Auf Drei-Monats-Sicht legte die Bayer-Aktie nahezu zwei Drittel zu und stahl damit allen anderen DAX-Mitgliedern die Show. Die Rally lässt sich auf drei harte Katalysatoren zurückführen: ein drittes Quartal 2025, das operativ über den Markterwartungen lag, ein überraschend günstiger Kurs der US-Regierung im Roundup-Komplex sowie positive Pipeline- und Zulassungsnachrichten. In Summe passt dies perfekt ins Bild einer beschleunigten «De-Risking»-Phase – nicht, weil Risiken verschwinden, sondern weil sie plötzlich berechenbarer erscheinen. Der wissenschaftlich wichtigste Kurstreiber heisst «Asundexian». Endgültige Studiendaten zeigten, dass der Blutverdünner das Risiko eines erneuten Schlaganfalls um 26% senkt, ohne die Blutungsgefahr zu erhöhen. Der Konzern bekräftigte daher das Blockbuster-Potenzial des Mittels, was einen möglichen Jahresumsatz von mehr als EUR 1 Mrd. bedeutet. Für eine exakte Erlösschätzung ist laut dem Management zwar noch zu früh, da zunächst die genauen Zulassungsbedingungen sowie Preisverhandlungen abgewartet werden müssen. Bayer prüft allerdings bereits weitere Einsatzmöglichkeiten für den Wirkstoff. Eine wichtige Entwicklung, da mehrere Umsatzträger des Konzerns unter zunehmendem Druck durch Nachahmermedikamente stehen.
Asundexian ist aber nur ein Hoffnungsträger; getragen werden soll das künftige Wachstum auch von dem Krebsmittel «Nubeqa», dem Nierenmedikament «Kerendia», dem Herzmittel «Beyonttra» sowie «Lynkuet» gegen Beschwerden in den Wechseljahren. Bis spätestens 2027 soll die Pharmasparte wieder auf den Wachstumskurs zurückkehren. Das Unternehmen mit Sitz in Leverkusen plant mit einem Umsatzplus im mittleren einstelligen Prozentbereich. Bei der operativen Marge wird ebenfalls eine baldige Verbesserung erwartet – und zwar ab dem Jahr 2028. Bis Ende des Jahrzehnts steht ein Wert von 30% auf der Agenda. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 wird mit einem Umsatzplus von bis zu 3% gerechnet, die operative Rendite wird zwischen 24% und 26% erwartet. Wie die Bilanz genau aussieht, wird sich am 25. Februar zeigen. Der Analystenkonsens erwartet im Mittel Erlöse von bis zu EUR 48 Mrd., das würde einem Plus von 3% entsprechen. Das operative Ergebnis wird zwischen EUR 9.7 und 10.2 Mrd. erwartet, ein Minus von 4% bis plus 1% im Vergleich zum Vorjahr. Anleger werden aber nicht nur die historischen Zahlen betrachten, sondern besonders die Ohren spitzen, wenn es unter anderem um die neuen Wachstumsanker wie Asundexian geht. Und dann schwebt auch noch das Damoklesschwert Roundup weiter über den Deutschen.
Apropos Roundup: Rückenwind im milliardenschweren Rechtsstreit um mögliche Krebsrisiken des Unkrautvernichters hat der Konzern im Dezember 2025 von der US-Regierung erhalten. Der Generalanwalt der Regierung empfahl dem Supreme Court, den Fall anzunehmen. Gesagt, getan: Mitte Januar kündigte der Oberste Gerichtshof der USA an, sich grundsätzlich mit dem Glyphosat-Streit zu befassen. Für Bayer war dies ein wichtiger Etappensieg, und das Management hofft nun auf eine Grundsatzentscheidung, welche die Klagewelle um den Unkrautvernichter eindämmen könnte. Der Supreme Court soll klären, ob die Zulassung des Mittels durch die US-Umweltbehörde EPA ohne Krebswarnhinweis Klagen auf Ebene der Bundesstaaten ausschliesst. Ein Sieg für Bayer würde weniger künftige Klagen und einen geringeren Bedarf an Rückstellungen bedeuten; eine Niederlage erhöht dagegen die Wahrscheinlichkeit weiterer, schwer prognostizierbarer Gerichtsurteile. Bis zum Supreme-Court-Termin im April 2026 und einem möglichen Urteil bis Juni ist nicht mehr lange Zeit.
Analysten bewerten die Bayer-Aktie derzeit mehrheitlich mit «Buy», allerdings liegt das durchschnittliche Kursziel mit EUR 41.10 rund ein Zehntel unter der aktuellen Notierung. Der zuletzt steile Anstieg sorgte dafür, dass viele Prognosen der Research-Häuser pulverisiert wurden. Ein perfekter Zeitpunkt also für Renditeoptimierungsprodukte wie die neuen Softcallable Barrier Reverse Convertibles. Diese münzen eine Pause im dynamischen Aufwärtstrend in prozentual zweistellige Gewinne um. Der auf CHF lautende BRC bietet bei einer Maximallaufzeit von 12 Monaten eine Verzinsung von 10.20% p.a. Auf der Unterseite lässt das Teilschutzprodukt dem Basiswert dabei Platz, sich zu entfalten. Die Barriere wird bei 55% des Startwertes fixiert. Das in EUR denominierte Produkt stellt bei gleichem Risikopuffer eine Chance von 12.00% p.a. in Aussicht. Beide Papiere besitzen zudem eine Softcallable-Funktion, die erstmals nach 6 Monaten aktiv wird und zu einer vorzeitigen Rückzahlung führen kann. Der Coupon wird vierteljährlich anteilig ausbezahlt.
Risikobewusste Anlegernaturen können mit Hebelprodukten auch die spekulative Karte ziehen. In der Angebotspalette von Leonteq befindet sich eine Vielzahl an Mini-Futures, Warrants und Warrants mit Knock-out auf Bayer, die eine überproportionale Partizipation ermöglichen. Dabei ist eine Long- und Short-Positionierung möglich; es kann also auf steigende sowie auch auf sinkende Kurse gewettet werden. Die Hebelprodukte sind entweder an der SIX oder an der BX Swiss handelbar.
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