Anfang 2025 hat Stefan Bollinger den Posten als CEO von Julius Bär übernommen. In den seither vergangenen 13 Monaten richtete der Top-Manager die Privatbank neu aus. Im Mittelpunkt standen die Bereinigung von Altlasten, die Reduktion der Risiken, die Senkung der Kosten sowie die Suche nach neuen Wachstumschancen. Wenig überraschend prägt dieser «Kehraus» die Bilanz des Zürcher Vermögensverwalters für 2025: Der adjustierte Konzerngewinn ist um 16% auf CHF 877.8 Mio. geschrumpft. Damit hat Julius Bär besser abgeschnitten als erwartet. Analysten waren im Schnitt von einem angepassten Profit von CHF 823 Mio. ausgegangen. Als Belastung entpuppten sich die Verluste im Zusammenhang mit dem Kollaps der österreichischen Immobiliengesellschaft Signa. Julius Bär hat für 2025 Kreditwertberichtigungen von netto CHF 213 Mio. verbucht. Ausserdem drückte der Verkauf des Geschäfts in Brasilien den Gewinn.
«Alles in allem war 2025 ein erfolgreiches Übergangsjahr, und wir sind nun gut aufgestellt, um unsere Mittelfristziele zu erreichen», kommentierte Stefan Bollinger die aktuelle Bilanz. Eine neue Bestmarke hat Julius Bär bei den Assets under Management (AuM) erreicht. Das verwaltete Vermögen nahm im vergangenen Jahr um knapp 5% auf CHF 521 Mrd. zu. Dabei profitiert das Unternehmen von steigenden Aktienmärkten sowie soliden Netto-Neugeldzuflüssen. Insgesamt sammelte Julius Bär 2025 CHF 14.4 Mrd., 2.9% mehr als im Jahr zuvor, ein. Laut einer Medienmitteilung kamen die Zuflüsse vor allem aus Schlüsselmärkten in Asien, Westeuropa sowie dem Nahen Osten. Der Fokus auf weniger Risiken in den Kundenbüchern dürfte das Wachstum – eigentlich hatte sich das Management eine Steigerung der Mittelzuflüsse um 3% vorgenommen – gebremst haben. «Wir fokussieren uns nun vollumfänglich darauf, profitables Wachstum zu erzielen und unsere strategische Transformation voranzutreiben», blickte der CEO nach vorne.
Im Juni 2025 hatte Bollinger ein Strategie-Update samt mittelfristiger Zielsetzung präsentiert. Bis 2028 möchte er bei den Netto-Neugeldzuflüssen ein Wachstum von 4 bis 5% erreichen. Während Julius Bär hier also noch Fahrt aufnehmen muss, ist die angepeilte Cost/Income-Ratio von weniger als 67% in Griffweite. 2025 lag das Verhältnis der Aufwendungen zum Ertrag bei 67.6%. Die adjustierte Rendite auf das CET1-Kapital (RoCET1) soll im Zyklus 2026 bis 2028 bei mehr als 30% liegen. Unter Ausschluss der Kreditverluste erreichte diese Rentabilitätskennziffer im vergangenen Jahr 28%. An der Börse kamen die Ergebnisse und die bestätigte Zielsetzung mit etwas Verzögerung gut an. Nach einem schwachen Start in die Woche drehte die Julius-Bär-Aktie nach oben. Damit konnte der SMIM-Titel zwar den horizontalen Widerstand bei CHF 65 hinter sich lassen. Im Bereich von CHF 67/68 wartet jedoch bereits die nächste technische Hürde.
Mit dem neuen Softcallable Barrier Reverse Convertible ist selbst dann eine attraktive Rendite möglich, falls Julius Bär im übergeordneten Seitwärtstrend verharrt. Anleger erhalten die Couponzahlung in Höhe von 8.2% p.a. unabhängig von der weiteren Kursentwicklung. Für das Nominal besteht Teilschutz: Solange der Basiswert nicht auf oder unter die Barriere von 64% des Anfangslevels fällt, zahlt Leonteq den Kapitaleinsatz zur Endfälligkeit vollständig zurück. Geht dieses Kalkül nicht auf, wäre die Tilgung an den Kursverlauf von Julius Bär gekoppelt. Interessant ist der Mid Cap auch für Trader. Sie können sich mithilfe von Hebelprodukten kurzfristig positionieren. Leonteq handelt an der SIX Swiss Exchange sowie der BX Swiss in Summe mehr als 120 Mini-Futures, Warrants und Warrants mit Knock-out auf Julius Bär. Dazu zählen sowohl Long-Produkte respektive Calls als auch Shorts (Puts).
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