Das Stichwort «Verwässerung» hören Investoren nicht gerne. Davon ist die Rede, sobald ein Unternehmen neue Aktien platziert. Indem die Gesamtzahl der ausgegebenen Anteilsscheine zunimmt, werden die bereits im Umlauf befindlichen Papiere verwässert. Vor diesem Hintergrund überrascht der jüngste Kursrutsch von Applied Optoelectronics Inc. (AOI) nicht. Am Freitag, 21. August, hat das Unternehmen bei der US-Börsenaufsicht SEC die Unterlagen für den Verkauf von Aktien in einem Wert von insgesamt bis zu USD 600 Mio. hinterlegt. Zwei Broker sollen die Papiere am Markt platzieren. Die Einnahmen möchte AOI zur Schuldentilgung, für Investitionen, Übernahmen oder ähnliche Zwecke einsetzen. Zurück aus dem Wochenende reagierte die Wall Street verschnupft: AOI brach am Montag, 24. August, um bis zu 18% ein.
Die Performance-Bilanz für die ersten acht Monate 2026 kann sich dennoch sehen lassen. AOI notiert mehr als 200% über dem Schlusskurs des vergangenen Jahres. Diese Rallye steht in einem direkten Zusammenhang mit der Kernkompetenz des texanischen Konzerns: AOI entwickelt und produziert optische Transceiver, Laser und Speicher. Diese Bauteile werden seit jeher von Kabelnetzbetreibern und Telekomunternehmen verwendet. Neuerdings kommen sie verstärkt für die internetbasierte Datenübertragung zum Einsatz. Das gilt sowohl für die Cloud als auch für Rechenzentren. Hier zählen die US-Technologieriesen Microsoft und Oracle zu den grössten Kunden. AOI ist also voll in den Megatrend Künstliche Intelligenz (KI) involviert. Ein Blick in das Zahlenwerk des an der Nasdaq kotierten Unternehmens untermauert diese These. Zuletzt hat AOI in vier Quartalen nacheinander Rekordumsätze eingefahren.
Im Zeitraum April bis Juni 2026 lagen die Erlöse mit USD 191.9 Mio. um 86% über dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Das Geschäft mit Rechenzentren hat sich sogar mehr als verdoppelt. Im ersten Semester 2026 steuerte dieses Geschäftsfeld mehr als die Hälfte zu den Umsätzen bei. Damit hatte der Anteil gegenüber den ersten sechs Monaten 2025 um annähernd 20 Prozentpunkte zugenommen. Nach eigenen Angaben profitierte AOI vom Hochlauf der neuen 800-Gigabit-Transceiver. Gleichzeitig nimmt die Bedeutung der 1.6-Terabit-Lösungen zu. «Wir erwarten, dass die Nachfrage unsere Produktionskapazitäten weiterhin bis Mitte 2027 übertreffen wird», erklärt CEO Thompson Lin. Gleichzeitig erachtet der Gründer von AOI die langfristigen Wachstumstreiber als intakt: «Wir sind als wichtiger Anbieter für die Märkte KI, Cloud und Kabelfernsehen einzigartig positioniert.»
Zwar betont der Top-Manager, dass sein Unternehmen in der Rechnungslegung Non-GAAP im jüngsten Quartal den Turnaround geschafft hat. Hier klammert die Buchhaltung jedoch Faktoren aus, die als nicht ausschlaggebend für die generelle operative Verfassung erachtet werden. Unter anderem zählt dazu die aktienbasierte Mitarbeitervergütung. Unbereinigt (GAAP) schreibt AOI rote Zahlen. Mit USD 22.8 Mio. hat das Minus im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum sogar zugenommen. Für Anleger, die angesichts dieser Tatsache und/oder aufgrund der möglichen Verwässerung vor einem Direktinvestment zurückschrecken, hat Leonteq eine Alternative parat: den Callable Reverse Convertible. Bei dieser Struktur ist der Coupon garantiert. Sofern der Basiswert am Laufzeitende auf oder über dem Ausübungspreis notiert, zahlt die Emittentin das Nominal vollständig zurück. Die massgebliche Schwelle liegt bei tiefen 50% des Startniveaus. Sollte AOI in den kommenden zwölf Monaten um mehr als die Hälfte nachgeben, ist die Tilgung direkt an den Verlauf des Basiswertes gekoppelt.
Neuerdings zählt die Technologieaktie ebenfalls zum grossen Fundus an Basiswerten für die Leonteq-Hebelprodukte. Das Zürcher Fintech hat zunächst eine Handvoll Mini-Futures auf AOI lanciert, sowohl Long- als auch Short-Varianten.
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