Tagtäglich verlassen eine Schar von Containerschiffen die Häfen dieser Welt. Während die Riesen majestätisch über die Ozeane schippern, arbeiten tief im Bauch gigantische Motoren, deren Herzstücke aus den Schmieden der Schweizer Accelleron stammen: die Turbolader. Ohne diese würde den Maschinen die nötige Kraft fehlen, um die tonnenschwere Ladung zu bewegen. Dieselbe Technologie, welche das globale Handelsnetz auf dem Wasser antreibt, findet auch in Kraftwerken, Lokomotiven und zunehmend auch in Rechenzentren ihren Einsatz. Die verlässliche Power aus Baden kommt bei Investoren gut an: Das STOXX 600 Europe-Mitglied zählt mit einem Anstieg von knapp der Hälfte in den ersten acht Monaten des Jahres zu den Outperformern. Die dynamische Aufwärtsbewegung ist eng mit der aufstrebenden Geschäftsentwicklung des Spin-offs von ABB, seit 2022 ist Accelleron eigenständig an der SIX Swiss Exchange kotiert, verbunden. So wurde im Juli nach der Bekanntgabe der Zahlen für das erste Semester die Jahresprognose deutlich erhöht. Der Hersteller von Triebwerkskomponenten hob sein Umsatzziel für 2025 auf ein währungsbereinigtes Erlösplus von 16% bis 19% an, bisher war lediglich von 4% bis 6% die Rede. Marktteilnehmer stellen sich nun auch die Frage, ob nicht auch die mittelfristige Prognose eines Umsatzwachstums von 2% bis 4% überholt sei – eine Antwort von Accelleron steht noch aus.
Fest steht derweil, dass sich das Unternehmen, um die aktuelle Erlösprognose zu erreichen, in der zweiten Jahreshälfte nicht mehr strecken muss. Im Gegenteil, der Konzern darf sogar noch etwas langsamer machen. Von Januar bis Juni schnellte der Umsatz dank einer hohen Nachfrage nach Servicedienstleistungen für die Schifffahrtsindustrie um ein Fünftel auf EUR 608 Mio. empor. «Unser beeindruckendes Umsatzwachstum wurde durch weitere Marktanteilsgewinne im Bereich Turbolader sowie durch eine hohe Nachfrage nach Service für die Schifffahrtsindustrie – besonders Retrofits – und Anwendungen für Not- und Primärstromversorgung sowie Regelenergie angetrieben», erklärt CEO Daniel Bischofberger und fügt hinzu: «Die Märkte haben sich im ersten Halbjahr trotz geopolitischer Turbulenzen nicht abgekühlt. Wir haben alle Register gezogen, um der Nachfrage gerecht zu werden, und sind im Hinblick auf das Volumen im zweiten Halbjahr zuversichtlich.» Das Geschäft von Accelleron teilt sich in die zwei Geschäftsfelder «Medium und Low Speed» sowie «High Speed» auf. Zu erstgenanntem, welches auch das Kern-Segment darstellt, entfallen Turbolader für grosse Diesel- und Gas-Motoren wie sie zum Beispiel bei Schiffen eingesetzt werden. High-Speed-Anwendungen umfassen dagegen Turbolader für schnelllaufende Motoren, wie sie unter anderem in der Energieversorgung benötigt werden.
Auf der Gewinnseite ging es bei dem Unternehmen, das über eine Präsenz in 50 Ländern und einem dichten Servicenetz in Hafenstädten sowie in der Nähe grosser Energieanlagen verfügt, noch einen Hauch schneller bergauf. Das operative Ergebnis (EBITA) verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr um 20.8% auf USD 154.9 Mio., wodurch die Marge um 0.1 Prozentpunkte auf 25.5% stieg. Für das Gesamtjahr geht Accelleron von einer Rendite zwischen 24% und 25% aus, was allerdings einen Prozentpunkt weniger entspricht als bisher erwartet. Diese leichte Reduktion ist aber nicht hausgemacht, sondern vielmehr den Herausforderungen durch den neuen US-Zoll von 39% auf Schweizer Waren geschuldet. Sollten sich die von der Schweizer Regierung angestrebten Verhandlungen über einen besseren Deal als erfolgreich erweisen, könnte vielleicht auch das alte Ziel wieder in den Fokus rücken. Während der Ausgang der Gespräche aber Ungewiss ist, muss das aktuelle Bild bewertet werden. Das Fazit dabei kann sich durchaus sehen lassen. Das Unternehmen ist robust aufgestellt, das Geschäftsmodell breit diversifiziert und eng mit globalen Megatrends – vom wachsenden Welthandel über den Energiebedarf bis hin zur digitalen Infrastruktur – verknüpft. Mit seinem starken Servicegeschäft, Innovationskraft und anhaltenden Wachstum hat Accelleron nicht nur den Turbo in seiner Entwicklung gezündet, sondern wie eingangs erwähnt auch am Kapitalmarkt. Mit dem zuletzt steilen Anstieg wurden auch die Ziele der Analysten pulverisiert. Die durchschnittliche Kursprognose beläuft sich auf CHF 62.36 und liegt damit rund 9% unter der aktuellen Notierung.
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