Die Aussicht auf stark steigende Nachfrage macht auch immer mehr Anleger auf die Drohnenspezialisten aufmerksam. In den vergangenen Monaten kletterten die Kurse mehrerer traditioneller Rüstungs- und Technologieunternehmen mit Drohnen-Exposure deutlich. So konnte zum Beispiel Oceaneering International, ein US-Anbieter von autonomen Unterwasserfahrzeugen und Robotik für Öl-/Gas- und Verteidigungsanwendungen, seinen Börsenwert innerhalb eines Jahres um drei Viertel steigern. General Dynamics, ebenfalls ein weltweit führender Rüstungs- und Luftfahrtkonzern, kommt auf ein ansehnliches Plus von 27% auf Sicht von 12 Monaten. Operativ läuft es bei General Dynamics: Für das erste Quartal meldete der US-Konzern einen Umsatzanstieg um gut ein Zehntel und hob daraufhin auch seine Jahresgewinnprognose an. Auch TechnipFMC, spezialisiert auf Tiefwasser- und Unterwasserkonstruktionen für die Energiebranche inklusive UUV/Drohnen für Inspektion, profitierte in diesem Umfeld von erhöhter Investorenaufmerksamkeit. Die beiden letztgenannten Unternehmen gehören zu den Top-3-Positionen im Leonteq Drone Index.
Das dritte Schwergewicht im Bunde ist Teledyne, ein US-Tech-Unternehmen, das vor allem für seine hochauflösende Sensorik, Kamerasysteme und Verteidigungselektronik bekannt ist. Zuletzt verzeichnete Teledyne dank starker Nachfrage nach Überwachungs- und Abwehrtechnik deutlich höhere Umsätze und hob ebenso wie General Dynamics seinen Gewinnausblick für das laufende Geschäftsjahr an. Das Unternehmen erwartet nun für 2026 einen bereinigten Gewinn zwischen USD 23.85 und USD 24.15 pro Aktie, womit der Mittelwert der neuen Prognosespanne um 18 Cent über der von Analysten erwarteten Marke liegt. Teledynes Tochter FLIR stattet beispielsweise die kompakten «Black Hornet»-Aufklärungsdrohnen aus, die in vielen Armeen eingesetzt werden.
Neben diesen drei Global Playern, auf die knapp ein Drittel des Index entfällt, tragen weitere spezialisierte Firmen wie die bereits erwähnte Oceaneering International oder auch Joby Aviation zur Index-Performance bei. Letztgenanntes Unternehmen erweitert den Blick auf den Drohnenmarkt um ein weiteres Geschäftsmodell. Die in Kalifornien ansässige und erst 2009 gegründete Joby steht weniger für klassische Drohnen als vielmehr für den angrenzenden Markt der Advanced Air Mobility. Die Firma entwickelt elektrische Senkrechtstarter, die wie Drohnen vertikal starten und landen können und als Lufttaxis mit vier Passagierplätzen in den kommerziellen Betrieb gehen sollen. Damit adressiert Joby den zivilen Teil der unbemannten beziehungsweise hochautomatisierten Luftfahrt, in dem es um urbane Mobilität, neue Flughafenzubringer und perspektivisch autonome Flotten geht. Im März testete Joby ein seriennahes Modell und arbeitet weiter auf die FAA-Zertifizierung hin. Noch in diesem Jahr soll in Dubai der Flugbetrieb aufgenommen werden, wo sich zwei von vier Landeplätzen bereits im Bau befinden. Das Unternehmen plant zudem, bereits im kommenden Jahr vier Flugzeuge pro Monat in Produktionsstätten in den USA zu fertigen.
Damit Anleger gezielt am Boom der Drohnenindustrie partizipieren können, hat Leonteq jüngst ein neues Tracker-Zertifikat auf den Leonteq Drone Index aufgelegt. Das Zertifikat hat eine unbegrenzte Laufzeit, kotiert in Schweizer Franken und wird an der SIX Swiss Exchange börsentäglich gehandelt. Das Produkt bildet die Wertentwicklung des Basiswerts, der weltweit führende Unternehmen mit starkem Drohnenbezug bündelt, abzüglich einer jährlichen Gebühr von 0.60% vollständig ab. Mit dem Tracker-Zertifikat können Investoren somit direkt auf das Gesamtpotenzial des Drohnenmarktes setzen. Aktuell befinden sich 21 internationale Titel in der Auswahl. Der Index verwendet einen Gewichtungsalgorithmus, der auf der Free-Float-Marktkapitalisierung beruht und eine Obergrenze bei der Gewichtung von 10% vorsieht sowie eine Untergrenze von mindestens 0.5% festlegt. Damit bietet der Tracker Anlegern eine transparente und kostengünstige Möglichkeit, an dem strukturellen Wachstum im Markt für Drohnen teilzuhaben.
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