Mit Allreal und Mobimo gewinnt der Index zwei Immobilienwerte, die sich auf den Heimmarkt konzentrieren und damit einen anderen Takt in den Korb bringen als exportgetriebene Industrie- oder Technologietitel. Allreal kombiniert Bestandsimmobilien mit Projektentwicklung und steigerte den Reingewinn 2025 um 3.7% auf CHF Mio. 219.3. Mobimo wiederum ist ausschliesslich in der Schweiz aktiv, gliedert sich in aktives Portfoliomanagement und ausgewogenen Nutzungsmix und meldete für 2025 Mieterträge von CHF Mio. 145.5 sowie eine deutlich höhere Ergebnisdynamik. In einem Jahr, in dem steigende Zinsen und geopolitischer Lärm lange als Gift für Immobilienaktien galten, ist ihre Rückkehr in den Index besonders bemerkenswert. Die beiden Banken stehen für eine andere Art von Solidität. BCV ist breit aufgestellt über Retail Banking, Vermögensverwaltung, Corporate Banking und Handel. Für 2025 meldete das Institut stabile Erträge von CHF Mrd. 1.15 und einen Nettogewinn von CHF Mio. 430. Cembra ist derweil eine fokussierte Konsumfinanzierungsbank mit Krediten, Kreditkarten, Leasing, Versicherungen und Sparprodukten. Das Unternehmen steigerte 2025 den Gewinn um 5%, verbesserte die Effizienz und stellt für 2026 eine Eigenkapitalrendite von rund 15% in Aussicht. Für den FuW 50 heisst das: Der Bankensektor wird nicht einfach nur grösser, er wird auch vielfältiger.
Zum Neuanfang gehört nicht nur, wer kommt, sondern auch, wer innerhalb des bestehenden Korbs an Bedeutung gewinnt. Besonders auffällig ist die neue Rolle von Helvetia Baloise. Der fusionierte Versicherer erhält im Index neu ein Gewicht von 2.7%. Das passt zur neuen Stellung des Konzerns am Schweizer Markt: Durch die Fusion von Helvetia und Baloise entstand die zweitgrösste Versicherungsgruppe des Landes. Parallel rücken auch Swiss Prime Site und VAT Group von 1.3% auf 2.7% vor. Auf der anderen Seite verlieren frühere Favoriten an Stimme. Logitech sowie Lindt & Sprüngli fallen von 2.7% auf 1.3% zurück. Gerade bei Logitech spiegelt das auch die Konjunktur der letzten Monate: Das Unternehmen zog seine Prognose für das Geschäftsjahr 2026 bereits 2025 wegen der Unsicherheit rund um die US-Zollpolitik zurück. Wer Gewicht verliert, verschwindet im FuW Swiss 50 zwar nicht aus dem Blickfeld, aber der Index formuliert mit solchen Verschiebungen sehr klar, welche Geschäftsmodelle an der Börse aktuell als robuster gelten als andere.
Die aktuelle Umschichtung verändert auch die Sektor-Balance. Das Übergewicht des Gesundheitswesens sinkt gegenüber dem SMI deutlich, während unter anderem Banken, Immobilien, Tech- und Industriewerte stärker zum Tragen kommen. In Zahlen ausgedrückt: Im FuW Swiss 50 entfallen auf Immobilien nach dem Umbau 6.6%, im vergleichbaren SMI-ETF kommt diese Branche überhaupt nicht vor. Gesundheitswerte liegen wiederum beim FuW-Gradmesser bei 17.4% gegenüber 37.0% bei der Vergleichsbenchmark. Der Index wird damit noch stärker zu dem, was er immer sein wollte: weniger eine Wette auf drei globale Mega-Caps, mehr Spiegel des gesamten kotierten Schweizer Wirtschaftsraums.
Wer diese Neuordnung nicht über einzelne Titel nachbilden will, kann den Index ganz einfach über ein Anlageprodukt ins Depot holen. Der ETP+ auf den FuW Swiss 50 bildet die Entwicklung des Barometers 1:1 ab, verlangt eine Verwaltungsgebühr von 0.72% pro Jahr und reinvestiert im Gegenzug die Netto-Dividenden. Das Open-End-Produkt ist börsentäglich handelbar. Gerade in einem Markt, in dem die Unterschiede zwischen konzentrierter Blue-Chip-Wette und breiterer Aktienabbildung wieder sichtbarer werden, ist dieser Zugang fast wichtiger als der einzelne Titelwechsel. Ein interessanter Teil des Produkts liegt auch noch im Unterbau. Der jeweilige Gegenwert des ETP wird bei SIX SIS durch hinterlegte Sicherheiten geschützt. Treuhänder dabei ist SIX Repo. Das hebt das Emittentenrisiko nicht auf, dämpft es aber technisch deutlich ab. Dazu kommt, dass Leonteq weiter über ein BBB-/stable-Rating von Fitch verfügt. So endet dieser Neuanfang mit einer schlichten Einsicht: In einem Markt, der zuletzt von Zollsalven, Energieschocks und KI-Nervosität durchgeschüttelt wurde, ist breite Streuung kein dekoratives Versprechen, sondern eine ziemlich praktische und möglicherweise auch gewinnbringende Form von Vorsicht.
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